Leander van Eß (1772-1847)

Bibelübersetzer und Bibelverbreiter zwischen katholischer Aufklärung und evangelikaler Erweckungsbewegung

Johannes Altenberend (Autor)

Gebunden, 19. November 2001

9,00 EUR

inkl. 7 % MwSt.

  • 1. Auflage
  • 448 Seiten
  • ISBN: 978-3-89710-177-7

Aus der Reihe:
Studien und Quellen zur Westfaelischen Geschichte

Zum Inhalt

Der westfälische Theologe Leander van Eß lebte während des Übergangs von der altständigen zur bürgerlichen Gesellschaft. Als Sohn einer Warburger Kaufmannsfamilie trat er 1790 in das Benediktinerkloster Marienmünster ein. Nach der Säkularisation übernahm er 1803 das Pfarramt im lippischen Schwalenberg. Zur Zeit des Westphälischen Königreiches wechselte er 1812 als Professor für katholische Theologie und als Pfarrerer der Elisabethkirche nach Marburg. Seit 1822 wohnte er als „privatisierender Geistlicher“ zunächst in Darmstadt und Alzey, dann in Affolterbach. In seinem wechselvollen, konfliktreichen Leben spiegeln sich die politischen, gesellschaftlichen und kulturellen, besonders die kirchlichen Umbrüche von der Aufklärung bis zur Restauration wider. Öffentliche Aufmerksamkeit gewann Leander van Eß vor allem als Übersetzer der Heiligen Schrift sowie als Herausgeber von lateinischen und griechischen Bibelausgaben. Das 1807 herausgegebene Neue Testament war in der ersten Hälfte des 19. Jh.s die meist gelesene katholische Übersetzung im deutschsprachigen Raum. Unermüdlich setzte er sich für kirchliche Reformen, besonders für das Schriftlesen der Laien, ein. Seine Leistungen als Übersetzer und als Initiator einer katholischen Bibelbewegung sowie die Zusammenarbeit mit Katholiken und Protestanten werden im Spannungsfeld von katholischer Aufklärung und evangelikaler Erweckungsbewegung geschildert.