Freiheit und Bindung

Zur Ambivalenz menschlicher Sexualität

Berthold Wald (Hg.)

Kartoniert, 17. September 2015

22,90 EUR

inkl. 5 % MwSt.

  • 1. Auflage
  • 250 Seiten, 11,5 x 19 cm
  • ISBN: 978-3-89710-510-2

Zum Inhalt

In der Diskussion über Ursachen und Gründe des sexuellen Missbrauchs von Kindern und Jugendlichen im Verantwortungsbereich der katholischen Kirche wird oft ein Zusammenhang zwischen sexuellem Missbrauch und zölibatärer Lebensform unterstellt. Zugleich wird der Eindruck erweckt, eine befreite Sexualität sei eine notwendige Bedingung menschlichen Glücks. Vor diesem Hintergrund beleuchten die hier versammelten Beiträge einer öffentlichen Vorlesungsreihe an der Theologischen Fakultät Paderborn die anthropologische, gesellschaftliche und existenzielle Dimension menschlicher Sexualität. Zu ihr gehört wesentlich die Spannung von Freiheit und Bindung. Demgegenüber erzeugt die freie Verfügbarkeit der Sexualität die Illusion einer jederzeit möglichen Erfüllung. Die Ambivalenz der Sexualität darf aber nicht ausgeblendet werden, in der Liebe von Mann und Frau ebenso wenig wie im zölibatären Verzicht, wo dieser nicht von einer größeren Liebe getragen wird.

Mit folgenden Beiträgen:

  • Eros als großer Dämon aus der Sicht Platons (Prof. Dr. Berthold Wald, Paderborn)
  • „Und sie erkannten, dass sie nackt waren“ (Gen 3,7). – Ganzheit und Disproportion des Menschen aus der Sicht des Alten Testaments (Prof. Dr. Michael Konkel, Paderborn)
  • Mann und Frau bei Paulus (Prof. Dr. Maria Neubrand MC, Paderborn)
  • Paradiesehe und Hilfe wozu? – Das katholische Verständnis der Sexualität von Augustinus zum Vaticanum II (Prof. Dr. Peter Schallenberg, Paderborn)
  • Das andere Geschlecht. Zur Bedeutung der Andersheit als Grund von Begegnung (Prof. Dr. Dr. h. c. Hanna-Barbara Gerl-Falkovitz)
  • Grundsätzliche Gedanken zur freien Liebe (Bettina Röhl, Hamburg)
  • Sexueller Missbrauch in katholischen Einrichtungen aus Sicht des forensischen Psychiaters (Prof. Dr. Hans-Ludwig Kröber, Berlin)
  • Internetpornografie – Verbreitung und psychologische Folgen (Prof. Dr. Thomas Schirrmacher, Bonn)
  • KLUG, HEILIG, BEHERRSCHT – Es gibt einen legitimen geistlichen Stolz. Überlegungen zur Keuschheit (Prof. Dr. Klaus Berger, Heidelberg)
  • „Darüber spricht man (nicht)!“ Begleitung auf dem Weg zum zölibatären Leben (Dr. Katharina Kluitmann OSF, Münster)
  • Geistliches Leben – Zölibat als Zeichen der Hoffung (Dr. Thomas Möllenbeck, Paderborn)
  • Von Marsyas bis Franziskus. Aspekte des Nackten in der Kunst von der Antike bis in die Moderne (Prof. Dr. Christoph Stiegemann, Paderborn)