16.07.2018: Karin Kliewe zeichnet die Figuren des Paderborner Dom-Memos

"Es kann durchaus vorkommen, dass man mich innerhalb des Doms antrifft"

2018 ist das Jahr der Feierlichkeiten rund um das 950-jährige Jubiläum des Paderborner Doms, auch wenn hierbei der so genannte Imad-Dom, der Vorgängerbau des aktuellen Gebäudes, mitgezählt wird. Im Bonifatius Verlag sind zu diesem Anlass einige Produkte erschienen. Neben einer neuen Flyer-Reihe und speziell für Kita- und Schulkinder erstellten Dom-Rallye-Heften steht vor allem das Paderborner Dom-Memo-Spiel im Fokus. Karin Kliewe ist die Künstlerin, die die Fotos auf jedem Kartenpaar mit gezeichneten Figuren von Kindern versehen hat und aus dem Memo-Spiel so auch eine Entdeckungstour für Kinder und Junggebliebene macht. Wir stellen ihr drei Fragen.

Hallo Frau Kliewe, erzählen Sie mit den Karten eigentlich eine Geschichte?

Im Grunde genommen sind sie die Fortsetzung einer Geschichte. Sie begann Ende 2010 mit einer Idee zu einem Kinder-Domführer für den Paderborner Dom. Ziel war es den jungen Besucher mitzunehmen, auf eine spannende Reise durch die Geschichte und Geheimnisse des Doms. Dafür mussten Charaktere entwickelt werden, die zeigten, dass der Dom nicht nur die Geschichtsinteressierten, Gläubigen oder Bewunderer architektonischer Meisterwerke begeistert. In der Zusammenarbeit mit Herrn Prof. Dr. Christoph Stiegemann, Frau Dr. Christiane Ruhmann und Herrn Gerd Krombusch nahmen die Figuren immer mehr Gestalt an. Zunächst waren es noch fünf, übrig blieben drei: Lukas, der Belesene, Architektur- und Geschichtsbegeisterte, Tom, der coole Skater, der alles in Frage stellt, sich nur schwer beeindrucken lässt und Emma, die eigentlich Tiere und die Aktivität im Freien bevorzugt. Nachdem im Mai 2011 die Charaktere und deren zeichnerische Umsetzung klar waren, befasste ich mich intensiv mit dem, was es zu entdecken galt: dem Paderborner Dom. Etliche Besuche, Führungen durch Frau Dr. Ruhmann und Herrn Krombusch, zusammen mit den fotografischen Arbeiten von Herrn Ansgar Hoffmann ermöglichten mir einen tiefgründigen und detaillierten Einblick in diese faszinierende Welt. Als der Kinder-Domführer im Juni 2012 in den Druck ging waren Lukas, Tom, Emma und ich selbst tief mit dem Paderborner Dom verbunden. Auch fünf Jahre danach, als das Dom-Memo entstand waren viele der Eindrücke noch präsent. Es fiel mir nicht schwer, die Protagonisten noch einmal im Detail auf einige der schönsten, imposantesten oder erstaunlichsten Schätze des Doms blicken zu lassen. Natürlich präsentiert Lukas dabei gern sein Wissen, wie z. B. am Liborifenster, Tom ist fasziniert von Szenen wie der Auferweckung der Gebeine im Grabmal Fürstenberg und Emma liebt Kostbarkeiten wie die Doppelmadonna oder den Pfauenwedel.

 

Welche Idee lag der zeichnerischen Gestaltung zugrunde?

Nachdem die Charaktere umrissen waren, fertigte ich zunächst verschiedene zeichnerische Stile für jede einzelne Figur. Hierbei ging es vor allem um die Proportionen und ob wir uns im modernen, eher abstrakten Comic-Stil, der bei den Bewegt-Bildern der heutigen Zeit weit verbreitet ist, wiederfinden, oder vielleicht sogar dem Realismus annähern. Schnell wurde klar, dass die Stimmung und die Besonderheiten der verschiedenen Charaktere mit einer dritten Variante am Besten übermittelt werden. Von realistischen Proportionen eher entfernt, in den Formen, im Strich weich und rund – die leicht ins niedliche gehenden Figuren wecken Sympathie. Dabei ist es durchaus gewollt, dass der Pfau, als Insider und außergewöhnliche Figur der Geschichte eine mitunter lustige Rolle übernimmt.

 

Waren Sie im Prozess der Erstellung selbst noch mal im Paderborner Dom? Falls ja, hatte das Einfluss auf Ihre Arbeit?

Speziell für die Erstellung des Memos war ich nicht noch Mal im Dom. Da ich jedoch regelmäßig zu Gast in Paderborn bin, kann es durchaus vorkommen, dass man mich innerhalb des Doms antrifft.

 

Danke für das Gespräch.


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