Die Forstbeschreibung im Hochstift Paderborn durch den Freiherrn Wilhelm Heinrich von Geismar von 1736

Im Auftrag des Arbeitskreises der Kommunalarchive im Hochstift Paderborn

Michael Koch (Hg.)
Konrad Thombansen (Hg.)

Gebunden, 08. Dezember 2014

29,80 EUR

inkl. 7 % MwSt.

  • 1. Auflage
  • 360 Seiten, 17 x 24,5 cm
  • ISBN: 978-3-89710-594-2

Aus der Reihe:
Studien und Quellen zur Westfaelischen Geschichte

Zum Inhalt

Die „Forstbeschreibung“ des Freiherrn Wilhelm Heinrich von Geismar liefert die erste landesweite Zusammenstellung von Nachrichten über das Forstwesen im Hochstift Paderborn. Als Oberforstmeister diente er wohl seit 1718 und bis zu seinem Tod 1738 dem Fürstbischof von Paderborn. Die zugrunde liegenden Absichten des Verfassers sind mehrschichtig: So soll dem Fürstbischof als Landesherrn ein Überblick über den Zustand seiner Forsten und ein Einblick in ihre Verwaltung geboten werden, vordringlicher aber noch dient das Werk der Rechtfertigung der eigenen Tätigkeit des Oberforstmeisters. Vor diesem Hintergrund erlaubt die „Forstbeschreibung“ besonders Einblicke in den Verwaltungsalltag auf unterer Verwaltungsebene.


Die Lektüre der „Forstbeschreibung“ lohnt sich auch wegen der Qualitäten Wilhelm Heinrichs von Geismar als Erzähler. Seine Formulierungen erscheinen hin und wieder etwas derb, zugleich schöpft er aber aus einem umfangreichen Sprach- und Sprichwortschatz, offenbart sich selbst als ein genauer Beobachter und zeichnet eindrucksvolle Bilder von erlebten Ereignissen und Situationen. Als Ästhet und Genussmensch war er landschaftlicher Schönheit empfänglich.

Wälder und Gehölze werden erfasst, die vom Paderborner Fürstbischof ganz oder anteilig als sogenannte Samtforsten beansprucht wurden und die der Verwaltung durch seine Hofkammer unterstanden. Unter den Samtforsten werden die gemeinsam von Paderborn und Lippe verwalteten Schwalenberger Waldungen und wegen der dort produzierenden Glashütten die Samtgehölze mit den Herren von der Asseburg hervorgehoben. Andere grundherrschaftliche Wälder bleiben weitgehend unberücksichtigt, da die Fürstbischöfe bis ins ausgehende 18. Jahrhundert nur Ansätze zu einer landesweiten Forsthoheit ausbilden konnten. Trotz aller formalen Mängel existiert keine vergleichbar umfangreiche und homogene Schriftquelle über das frühneuzeitliche Forstwesen im Hochstift Paderborn.