Willkommen im Blog des Bonifatius Verlags


08.08.2017: Bonifatius-Autoren sind regelmäßig im Radio zu hören

"Kurzes Atemholen"

Wussten Sie das? Bonifatius-Autoren lassen sich nicht nur sehr gut lesen, einige von Ihnen kann man auch oft hören. Im Radio zum Beispiel. Sie sprechen die Morgenandacht, das Wort zum Tag oder sind anderweitig in Sendungen eingebunden. Als Podcasts kann man viele der Beiträge auch später noch nachhören.

In dieser Woche spricht > Dominikus Schwaderlapp, Weihbischof im Erzbistum Köln und Autor des 3x7-Titels > "Die Herzen zum Himmel" die Morgenandacht im WDR. Für ihn ist diese Radioarbeit "eine Chance, die beste Botschaft der Welt zu bezeugen." Eine Übersicht seiner Beiträge finden Sie > hier

Anfang Juli konnte man eine Woche lang Weihbischof > Matthias König (Erzbistum Paderborn) auf dem morgendlichen Weg ins Büro hören, wenn man wollte. König ist Herausgeber des kommenden Buches > "Alles ist Geschenk", in dem Missionare aus ihrem Lebens- und Glaubensalltag berichten und interessante Parallelen zum kirchlichen Alltag in unseren Regionen erkennen lassen. Königs Beiträge kann man z. B. hier > im Podcast hören oder auch > als Mitschrift nachlesen.

Bereits zu Beginn des Jahres hatten wir in > diesem Blogbeitrag auf > Claudia Niesers Beiträge in der Deutschlandfunk-Reihe "Morgenandacht" hingewiesen. Man kann sie über die angegebenen Links zurzeit immer noch abrufen. Ebenso wie die einiger weiterer Bonifatius-Autoren, die über das bisherige Jahr verteilt auf verschiedenen Kanälen und in unterschiedlichen Formaten zu hören waren, beispielsweise > Pater Eberhard von Gemmingen ( > "Mutausbrüche"), > Ulrich Lüke ( > "Als Anfang schuf Gott ... den Urknall" (3x7-Reihe)) oder > Sabine Pemsel-Maier, Mitherausgeberin des kommenden zwei Bände umfassenden Titels > "Basiswissen Ökumene" und > Claudia Auffenberg, Lektorin im Bonifatius Verlag.

Für Interessierte lohnt sich auch weiterhin ein regelmäßiger Blick in die Programmplanung der Radiostationen, z. B. > hier oder > hier und ein Besuch der > Mediatheken.

Und vor allem natürlich: Die Ohren offen zu halten.

06.06.2017: Neues Buch befasst sich mit der Zukunft der katholischen Verbände

"Leuchtturm oder Kerzenstummel?"

Bleiben die katholischen Verbände wichtige Leuchttürme in Kirche und Gesellschaft? Oder sind sie wirklich nicht mehr „aus dieser Zeit“, wie es der Essener Bischof Franz-Josef Overbeck im Mai 2016 bei einer Veranstaltung in der katholischen Akademie „Die Wolfsburg“ formuliert hat?

Dieser Frage geht > Heinrich Wullhorst in seinem Buch > "Leuchtturm oder Kerzenstummel" nach, das aktuell im Paderborner Bonifatius Verlag erschienen ist.

Gesellschaft und Kirche befinden sich in einer ähnlichen Umbruchzeit wie in der Gründungsphase der Katholischen Verbände in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Auch die Kirche verändert sich zunehmend. Volkskirchliche Strukturen lösen sich auf, große Verwaltungseinheiten werden in vielen Bistümern auf den Weg gebracht und als Lösungsweg angepriesen. Das bringt bei vielen Katholiken schmerzhafte Verluste von Heimat und Nähe mit sich. Der Fokus auf das enge soziale Umfeld und die Nähe zu den Menschen sind es aber, die gerade Verbände in der Vergangenheit stark gemacht haben. Hier liegen auch ihre Chancen in der Zukunft. Allerdings nur dann, wenn die sie in ihren Zentralen, aber besonders auch auf den unterschiedlichen regionalen und lokalen Ebenen nicht in Selbstgefälligkeit erstarren, sondern profiliert neue Wege gehen.

In „Leuchtturm oder Kerzenstummel“ geht es Wullhorst im Kern um die Frage, was von der früheren Strahlkraft der Katholischen Verbände hinein in die Gesellschaft geblieben ist. Es liegt an ihnen selbst, ob sie Gestalter der zukünftigen Gesellschaft sein wollen, also als Leuchttürme strahlen, oder ob sie sich lediglich als Hüter einer Tradition sehen, die wie eine Kerze im Stummel verglüht. Das Buch beinhaltet auf der einen Seite die Sicht der Verbände auf sich selbst, auf ihre Herausforderungen und Ziele. Auf der anderen Seite bietet „Leuchtturm oder Kerzenstummel“ auch den Blick von außen auf die Organisationen. Hierzu tragen eine Vielzahl von Gesprächspartnern bei. Zu ihnen gehören der Osnabrücker Bischof Bode, der Seelsorgeamtsleiter im Bistum Hildesheim, Christian Hennecke oder der Rektor der Katholischen Fachhochschule NRW, der Pastoraltheologe Hans Hobelsberger. Abgerundet wird die Bestandsaufnahme durch Stimmen aus dem Zentralkomitee der Katholiken sowie Einschätzungen von Medienvertretern und Politikern wie zum Beispiel Karl-Josef Laumann oder Karl Schiewerling.

„Verbände haben in dieser Welt auch in der Zukunft noch etwas zu sagen, sie müssen es allerdings profiliert, selbstbewusst und lautstark tun“, ist eine der Schlussfolgerungen im Buch. Denn richtig verstanden und zeitgemäß umgesetzt bleiben die Ideen hinter dem, was Menschen wie Johann Gregor Breuer oder Hedwig Dransfeld getan haben, weiter aktuell.


Zurzeit ist Heinrich Wullhorst an vielen Orten im Land mit dem Buch auf Lese- und Diskussionsreise.
> Hier finden Sie alle Termine laufend aktualisiert. Falls Sie Interesse daran haben, ebenfalls eine Veranstaltung mit dem Autor zu organisieren, können Sie entweder Herrn Wullhorst direkt kontaktieren oder mit dem Verlag Kontakt aufnehmen.

> "Leuchtturm oder Kerzenstummel" im Shop ansehen

24.05.2017: Andreas Püttmann über die Bedeutung der katholischen Kirche in Deutschland

Meinungsstark und faktensicher

Debatten anzustiften, ist dem Bestsellerautor Andreas Püttmann schon 2010 mit seinem Buch „Gesellschaft ohne Gott“ gelungen. Im gerade erschienenen Nachfolger "Wie katholisch ist Deutschland ..." geht es um die Bedeutung des Katholizismus in Deutschland.

von Karl-Martin Flüter

> Andreas Püttmann ist ein Mensch der Zahlen. Das betont er gerne, vielleicht auch, weil es ihn in bestimmter Weise einzigartig macht. Das Forschungsgebiet des promovierten Politikwissenschaftlers und Publizisten ist die katholische Kirche. Konkrete Fakten spielen viel zu selten eine Rolle, wenn um die Rolle der Kirche in der Gegenwartsgesellschaft öffentlich debattiert wird. Nicht so bei Andreas Püttmann. Seine Veröffentlichungen lassen vermuten, dass er Hunderte Statistiken und Studien über die Kirche gesammelt und intensiv ausgewertet hat. Er nutzt diesen überreichen Fundus mit fast spitzbübischer Freude. Fehleinschätzungen, Vorurteile und unzulässige Verkürzungen über die Kirche zu korrigieren, ist ihm ein Vergnügen – und er hält dieses Zurechtrücken von Einschätzungen für dringend notwendig. „Ich möchte das Selbstbewusstsein des Katholischen wieder aufbauen“, sagt er.

> "Wie katholisch ist Deutschland ...", schreibt der Autor harmlos im Titel, um schon im Untertitel mit einer weiteren Frage wider den Stachel zu löcken: „… und was hat es davon?“ Die Unzufriedenheit, dass der Katholizismus in Deutschland ungerecht behandelt wird, treibt Andreas Püttmann um – und wer ähnlich empfindet, der kann sich in diesem Daten- und argumentationsreichen Buch mit derart vielen Belegen, Beweisen und Fakten versorgen, dass er so gut wie jede Kritik am Katholischen zumindest entkräften kann.

In drei großen Kapiteln gibt Andreas Püttmann Antwort auf seine im Titel gestellten Fragen. Er blickt zurück auf die Ausgrenzung der katholischen Kirche im protestantischen Preußen, erinnert an die katholisch geprägte Bonner Republik, analysiert die „Underdog-Ängste“ der Katholiken in der Berliner Republik, schreibt über die wechselnde öffentliche Wahrnehmung von Papst Benedikt XVI. und untersucht, wie sehr die Aufregung über den Missbrauchsskandal und die „Limburger Geisterfahrt“ berechtigt oder auch öffentlich aufgebauscht war – immer gestützt auf valides Zahlenmaterial.

Im zweiten Kapitel untersucht der Politologe den katholischen Beitrag zum Gemeinwohl der Bundesrepublik. Sein Fazit: Katholiken sind überdurchschnittlich oft staatstreue, vorbildliche Bürger. Das liegt an Wesenseigenschaften, die die Kirche in Lehre und Alltag vermittelt. Dazu gehören die Ausrichtung an einer christlichen Ethik sowie ein „anthropologischer Realismus“, der es katholisch sozialisierten Menschen erleichtert, die Unzulänglichkeit des sündigen Menschen zu akzeptieren. Eine zentrale Rolle spielt die „Ordo-Orientierung“. Katholiken reagieren positiv auf Ordnung: klare Regeln, eindeutige Zuschreibungen. Das ist im guten Falle eine staatstragende Eigenschaft, im schlechtesten Fall, wenn Katholiken sich innerlich von ihrer Kirche und deren Ethik entfernt haben, öffnet es eine Tür, die anfällig für autoritäre Verführungen macht.

Das führt direkt ins dritte Kapitel. Dort nimmt sich der aus vielen aktuellen Quellen schöpfende Autor die „unheilige Allianz katholischer Rechtsausleger“ vor. Püttmann scheut vor harten Urteilen nicht zurück. Mit einem Interview bei der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) hatte er für Aufsehen gesorgt, als er die AfD und deren katholische Parteigänger scharf kritisierte.

Die „politisch-ethischen Irrlichtereien“ von Rechtskatholiken der Weimarer Republik wiederholten sich heute, sagt der Politologe: „Dass dabei sogar (ältere) katholische Sozial-ethiker mitmischen, die eigentlich einen komplexeren Moralbegriff und Sinn für historisch-politische Zusammenhänge haben müssten, ist für die in der Bonner Republik lange dominierende Richtung dieser Fachdisziplin ein Offenbarungseid.“ Der konservative Püttmann befürchtet: „Die demokratisch-rechtsstaatliche Grundierung“ dieser national-konservativen Katholiken „erweist sich nun als nicht wetterfest“.

Auf jedes Wetter vorbereitet ist dagegen Andreas Püttmann. Er ist kühler Analyst seiner Kirche und ihr Verteidiger, ein konservativer Katholik und Kritiker national-konservativer Umtriebe, ein Propagandist christlicher Werte und ein Kritiker der Ökumene, bei der er die katholische Kirche benachteiligt sieht.

„Wie katholisch ist Deutschland …“ ist ein Rundumschlag, ein Buch, das seine Leser auf jeder Seite um neue Erkenntnisse bereichert. Die Informationsdichte kann den Leser zuweilen überfordern. Doch seine Faktenkenntnis und erstaunliche Beschlagenheit in der Kirchengeschichte der Neuzeit kann man dem Autor schwerlich zum Vorwurf machen.

Eine Empfehlung der Bonifatius-Buchhandlungen in Paderborn und Dortmund

> "Wie katholisch ist Deutschland ..." im Shop ansehen

12.05.2017: BONIforum #3 - Vertreter der Religionen plädieren für einen offenen Umgang miteinander

Die Unterschiede bleiben wichtig

Paderborn. Wer meint, unterschiedliche Religionen könnten den sozialen Zusammenhalt der Gesellschaft infrage stellen, konnte sich auf dem dritten BONIforum eines Besseren belehren lassen. Gerade die Theologen vieler Religionen arbeiten seit Langem erfolgreich zusammen. Dabei haben sie gelernt, dass auch in der Religion und in der Wissenschaft die allgemeinen Regeln des menschlichen Miteinanders ausschlaggebend sind.

von Karl-Martin Flüter

Seit einigen Wochen besuchen mehrere Hundert Gäste Tag für Tag den GlaubensGarten in der Landesgartenschau (LGS) Bad Lippspringe. Der Pavillon mit den Gärten für sieben Religionen hat sich zu einer der Attraktionen der LGS entwickelt.

Für Pfarrerin Antje Lütkemeier – eine der Initiatorinnen des Projektes – ist es klar, warum der GlaubensGarten so erfolgreich ist. Von Anfang an habe man in der Projektgruppe, die den Entwurf entwickelte, auf persönliche Begegnung gesetzt. So sei es gelungen, Missverständnisse und Vorurteile auszuräumen. Die Nähe und der Dialog hätten auch dazu geführt, das jeder seinen eigenen Glauben intensiver erlebt habe, sagt die evangelische Pfarrerin aus Bad Lippspringe, „präziser und pointierter“ sei auch ihre eigene Glaubenserfahrung geworden.

Dialog und Identität, Nähe und intensive Erfahrung des Eigenen: Wie das zusammengeht, erfuhren die Teilnehmer des BONIforums, zu dem der Bonifatius-Verlag Paderborn bereits zum dritten Mal in die Bonifatius-Buchhandlung eingeladen hatte. Die Veranstaltung nutzte den erfolgreichen Start des GlaubensGartens in der Nachbarstadt Bad Lipp­springe, von dem Antje Lütkemeier detailliert berichtete, als Anlass. Moderiert von der DOM-Redakteurin Claudia Auffenberg ging es dieses Mal um „Glaubensvielfalt“ und die Frage „Katholisch war gestern?“

Die etwas bange Frage nach der Vergänglichkeit des Katholischen wurde an diesem Abend nicht beantwortet. Sie wurde nicht mal aufgegriffen, weil schon bald deutlich war, dass dafür kein Anlass besteht. Die Koexistenz von Religionen ist in der aufgeklärten modernen Gesellschaft eine Selbstverständlichkeit und eine Überzeugung, die von der Mitte der Bevölkerung getragen wird.

Die Frage nach dem Wie des interreligiösen Miteinanders ist jedoch längst nicht endgültig beantwortet, auch weil die wieder aktuelle Frage nach der Leitkultur in diesem Kontext bedeutsam wird. Doch die Leitbild-Diskussion blieb diesmal unbehandelt: Stoff vielleicht für eines der nächsten BONIforen.

Beim Dialog der Religionen sind die Theologen auch im Praktischen um einige Erfahrungen reicher und weiter als die Öffentlichkeit. Das darf man nach den Berichten dieses Abends annehmen. Der Theologe Klaus von Stosch beispielsweise erlebt das Mitein­ander der Religionen an der Universität Paderborn als vollkommen selbstverständlich und zudem als menschlich und wissenschaftlich befruchtend.

Studenten und Lehrende, die sich in anderen Teilen der Welt aus religiös-kulturellen Gründen als Feinde betrachten würden, arbeiten erfolgreich im „Zentrum für Komparative Theologie und Kulturwissenschaften“ (ZeKK) an der Paderborner Uni zusammen. Von Stosch beschreibt das ZeKK wie ein „Versuchslabor“, und das nicht nur wegen der wissenschaftlichen Ergebnisse, die dort produziert werden, sondern vor allem wegen der Art und Weise des Zusammenseins. „Wenn Leute sich im Alltag ständig sehen, das Büro teilen, dann bauen sie Vertrauen zueinander auf“, sagt von Stosch. Fehlt diese Nähe, dann bestehe die Gefahr, dass die immer gleichen Vorurteile das soziale Klima verdüstern.

Muna Tatari ist eine der Wissenschaftlerinnen aus dem interreligiösen Biotop des ZeKK. Die Muslima ist Juniorprofessorin für Islamische Theologie. Sie teilt sich das Büro an der Uni mit einer katholischen und einer evangelischen Theologin. Die Bürogemeinschaft war sich lange auch im Privatleben nah. Eine Zeit lang wohnten die drei Frauen in einer Wohngemeinschaft im Haus Maria Immaculata in Paderborn zusammen. Wer sich so gut kennengelernt hat, kann auch über den Glauben verschiedener Meinung sein, ohne dass die Auseinandersetzung die Beziehung trübt – und darauf komme es an, sagt Muna Tatari. Was der Dialog der Religionen brauche, sei ein „differenzierter Konsens“.

Nicht so sehr das Gemeinsame der Religionen zählt, sondern die Unterschiede. In diesem Punkt ist sich die islamische Theologin einig mit ihrem katholischen Fachkollegen von Stosch. Beziehungen, in denen Differenzen offen thematisiert werden, seien belastungsfähiger, meint Tatari. Sei der Kontakt dagegen zurückhaltend und ausweichend, schwinge immer ein latentes Gefühl von Verteidigung und Rechtfertigung in der Kommunikation mit.

Offenheit ist auf jeden Fall eine Eigenschaft von Alexander Kogan, dem Vorsitzenden der Jüdischen Gemeinde in Paderborn. Die Diskussion unter Wissenschaftlern und Pfarrern über Ökumene und Glaubensvielfalt hält Kogan für wenig aussagefähig für die Gesamtgesellschaft, denn sie finde in einem „Elfenbeinturm“ statt. In die soziale Realität der Gesellschaft werde davon kaum etwas heruntergebrochen.

Unwidersprochen wollten seine Gesprächspartner diese Meinung nicht stehen lassen. Im Gegenteil: Wenn Professor Wolfgang Thönissen, leitender Direktor des Johann-­Adam-Möhler-­Institutes für Ökumenik in Paderborn, Wissenschaftler und Angehörige anderer Religionen und Konfessionen zum Gespräch trifft, gelten jenseits aller elitären Ansprüche die grundsätzlichen Regeln des menschlichen Miteinanders: Hört man dem Anderen zu, kann man mit anderen Meinungen leben, trotz Bedenken dem Gesprächspartner folgen? Was das Gespräch im Büro, im Supermarkt oder am Familientisch erfolgreich macht, hilft auch dem wissenschaftlichen Diskurs weiter.

Theologen sind eben auch nur Menschen. Wenn sie sich kennen und vertrauen, entwickelt sich eine Selbstverständlichkeit, die den theologischen Fortschritt erleichtert. Das beste Beispiel ist die Ökumene zwischen der katholischen und evangelischen Konfession. Vor einigen Jahrzehnten war das Wort von der „Glaubensspaltung“ noch weit verbreitet, wenn es da­rum ging, diese interkonfessionelle Beziehung zu beschreiben. Doch das ist vorbei. „Die Glaubensspaltung gibt es nicht mehr“, sagt Thönissen.

Dennoch geht es nicht ohne die Bereitschaft zum Kompromiss. Die evangelische Pfarrerin Antje Lütkemeier hat das erlebt, als sie zusammen mit Vertretern der katholischen, syrisch-orthodoxen und neuapostolischen Kirche den christlichen Garten im ­GlaubensGarten gestaltete. Die Vertreter der vier Konfessionen mussten einen weiten Weg gehen, um zu einem gemeinsamen Entwurf zu gelangen, erinnert sich Antje Lütkemeier: „Wir haben zwei Jahrtausende Kirchengeschichte diskutiert.“

03.04.2017: Buch zur Landesgartenschau 2017 von Autor Matthias Hack ab sofort im Vorverkauf

„Neue Blüte“ mit 360-Grad-Aufnahmen

Einen besonderen Blick auf die Landesgartenschau 2017 in Bad Lippspringe ver-spricht das offizielle Buch, das unmittelbar nach dem Ende der Großveranstaltung im Herbst 2017 erscheinen wird. Neben knackigen Texten und ausdrucksstarken Bildern können sich alle Interessenten auf die Integration von einzigartigen Aufnahmen mit einer 360-Grad-Kamera freuen. Auf Grund der großen Nachfrage ging das Buch mit dem Titel „Neue Blüte. Bad Lippspringe und die Landesgartenschau 2017“ bereits am Samstag, 1. April, zum Vorzugspreis von 14,90 EUR in den Vorverkauf.

Bürgermeister und LGS-Aufsichtsratsvorsitzender Andreas Bee freut sich auf das Werk, das vollständig in der Region entsteht. „Bad Lippspringe befindet sich in einer Aufbruchsstimmung und fiebert der Landesgartenschau entgegen. Viele Menschen aus nah und fern interessieren sich wieder für unsere schöne Stadt. Die landesweite Aufmerksamkeit wollen wir nutzen, um Bad Lippspringe als Standort für Gesundheit, Erlebnis und Freizeit in den Blickpunkt zu rücken. Dazu wird dieses Buch sicher einen wertvollen Beitrag leisten“, betont Bee.

Für die Erstellung des reich bebilderten Buches hat Matthias Hack, der den Weg zur Landesgartenschau seit Februar 2014 als Pressesprecher begleitet, mit seiner Agentur HACK PR renommierte Partner aus der Region gewonnen. Der Bonifatius Verlag aus Paderborn kümmert sich um die Gestaltung und die verlegerische Betreuung. AFV Medienproduktion Weihrauch aus Bad Lippspringe erstellt die Fotos und Videos, die über QR-Codes abgerufen werden können, mit einer firmeneigenen 360-Grad-Kamera. „Wir wollen die schönsten Momente der Landesgartenschau 2017 festhalten und vor allem auch die nachhaltigen Effekte für Bad Lippspringe aufzeigen. Über die 360-Grad-Aufnahmen kann man das Live-Erlebnis der Gartenschau lebendig halten“, erläutert Hack, der mit seinem Buch zur Bundesliga-Saison 2014/2015 des SC Paderborn 07 bereits einen heimischen Bestseller gelandet hat.

Der Bonifatius Verlag, der auch die Produktion von Broschüren und Flyern für die Großveranstaltung übernimmt, bringt seine Erfahrung von der Landesgartenschau 1994 in Paderborn in das Gemeinschaftsprojekt ein. „Die zweite Landesgartenschau im Kreis Paderborn wird bestimmt ein großer Erfolg. Wir freuen uns, dieses Ereignis im Rahmen unserer Heimat-Reihe im Verlag zu unterstützen und weitere Medien zu gestalten und zu drucken“, betont der Geschäftsführer der Bonifatius GmbH, Rolf Pitsch.

Für die AFV Medienproduktion Weihrauch ist das Buch zur Landesgartenschau 2017 eine ideale Plattform, um die Leistungsfähigkeit zu demonstrieren. „Mit unserer nagelneuen 360-Grad-Kamera können wir Unternehmen und Organisationen in der Region bei ihrer Medienarbeit jetzt noch besser unterstützen“, stellt Inhaber Andre Weihrauch heraus.

Ab sofort kann das Buch mit dem Titel „Neue Blüte“ (ISBN 978-3-89710-722-9) in der Tourist Info Bad Lippspringe, in der Bonifatius-Buchhandlung in Paderborn, in den Geschäftsstellen des Westfälischen Volksblattes in Paderborn, Delbrück und Büren, im Buchhandel sowie > in unserem Shop vorbestellt werden. Der Subskriptions-Vorzugspreis von 14,90 EUR gilt bis zum 31. Mai 2017. Ab dem 1. Juni 2017 kostet das offizielle Buch zur Landesgartenschau dann 18,90 EUR.

 

Matthias Hack
> Neue Blüte
Bad Lippspringe und die Landesgartenschau 2017

21 x 25,5 cm
Gebunden, ca. 128 Seiten, durchgehend farbig bebildert
ISBN 978-3-89710-722-9, 18,90 EUR; Subskriptionspreis 14,90 EUR bis 31. Mai 2017

29.03.2017: BONIforum #3 stellt Fragen zum Zusammenleben der Religionen in Paderborn

„Katholisch war gestern? Glaubensvielfalt im Schatten des Doms“

Unter diesem Motto steht das mittlerweile dritte BONIforum, zu dem die Bonifatius GmbH am Donnerstag, den 11. Mai 2017 in ihre Paderborner Buchhandlung einlädt.

Passend zum > "GlaubensGarten", einem Gemeinschaftsprojekt der Religionen auf dem Gelände der Landesgartenschau in Bad Lippspringe, wird die Frage nach der „Glaubensvielfalt im Schatten des Doms“ zunächst in einer Podiumsrunde diskutiert. „Multi-Kulti ist ja schon ein alter Hut. Aber wie sieht es mit ‚Multi-Reli‘ aus – oder ist Paderborn dafür zu ‚schwarz‘?“, fragt Tanja Huckemann, Mitorganisatorin und Gastgeberin des Abends. „Dass es sieben Religionsgemeinschaften in Paderborn gibt, erstaunt immer noch viele.“ Als Gesprächsgäste dabei sind Muna Tatari, Juniorprofessorin für Islamische Theologie, Klaus von Stosch, Professor für Systematische Theologie, beide von der Universität Paderborn. Außerdem Pfarrerin Antje Lütkemeier, Projektleiterin des „GlaubensGartens“, Alexander Kogan, Vorsitzender der Jüdischen Gemeinde Paderborn und Wolfgang Thönissen, Leitender Direktor des Johann-Adam-Möhler-Instituts in Paderborn. Die Gesprächsführung des Abends übernimmt Claudia Auffenberg, Lektorin im Bonifatius Verlag und Redakteurin der Kirchenzeitung „Der Dom“.

Im Anschluss an die Podiumsrunde hat das Publikum Gelegenheit, Fragen zu stellen und nach einer Pause, inklusive kleinem Imbiss, die Möglichkeit, einzelne Themen in kleinen Runden zu vertiefen. Los geht’s um 19 Uhr, literarisch wird der Abend eingeleitet vom bekannten Poetry-Slammer Dean Ruddock.

Der Eintritt ist frei.

27.02.2017: Ein Buch erinnert an Philipp Georg Brüll, Bildhauer des Barock im Hochstift Paderborn

Ein fast vergessener Meister

Ein Buch erinnert an Philipp Georg Brüll, Bildhauer des Barock im Hochstift Paderborn

Bis heute prägt das Barock Kirchen und kirchliche Orte im Hochstift. Viele barocke Kunstwerke sind innerhalb eines Jahrzehnts in den Werkstätten der Bildhauer Heinrich Gröne und Philipp Georg Brüll entstanden. Ihre Kunst ist geblieben, aber allem Philipp Georg Brüll ist fast in Vergessenheit geraten. Jetzt erinnert ein Buch an ihn.

Die Autoren Richard Dertinger und Wolfgang Hansmann haben sich Leben und Werk des Barockkünstlers gewidmet und sich dabei einer echten Forschungsaufgabe unterzogen. Von Leben des 1648 in Geseke geboren Brüll ist kaum etwas bekannt.  Das gilt auch für viele seiner Kunstwerke. Durch Vergleiche und Quellenstudium können die Verfasser etliche Herkunftsfragen klären, anderes bleibt weiter im Ungewissen.

Paderborn hatte sich nach dem Dreißigjährigen Krieg (1618 - 1648) nur langsam erholt. Zwar ließ Fürstbischof Dietrich Adolf von der Reck Mitte des 17. Jahrhunderts die mittelalterliche Innenausstattung des Doms durch eine barocke Gestaltung ersetzen. Doch dann blieben die Aufträge aus. Erst Ende des 17. Jahrhunderts setzte schlagartig ein neuer barocker Bauboom im Hochstift ein. Philipp Georg Brüll war genau zum richtigen Zeitpunkt an der richtigen Stelle – und er traf einen Partner, mit dem er ein Jahrzehnt lang eng zusammenarbeiten sollte: den Bildhauer Heinrich Gröne.

Gröne hatte die Leitung der gemeinschaftlichen Projekte inne, aber im Künstlerischen war Brüll Gröne durchaus gleichberechtigt. Brülls Stärke waren die Skulpturen. Faltenwurf der Gewänder, Körperhaltung, emotionaler Ausdruck: Darin war er Meister. Ähnliches gilt für die virtuos geschnitzten Ranken-, Frucht- und Blumengirlanden aus seiner Hand. Grönes Spezialität waren dagegen die von Weinlaub und Puten umspielten Spiralsäulen.

„Die Arbeitsteilung erlaubt es beiden Bildhauern, gleichzeitig mehrere Objekte in Angriff zu nehmen, ohne einen großen Mitarbeiterstab einstellen zu müssen“, schreiben Dertinger und Hansmann über die Vorteile der Zusammenarbeit.  Brüll arbeitete in seinem Paderborner Haus am Markt 4, vielleicht auch in der leer stehenden Johanneskirche auf dem Gelände der Jesuiten.

Innerhalb von zehn Jahren entstand eine wahre Flut von Kunstwerken. Es begann mit den Hochaltären in Brenkhausen und in der Abdinghofkirche (1691/1692, heute St. Nikolaus zu Natzungen). Zeitgleich entstanden die Altäre in der Gaukirche (heute Dominikanerkirche, Münster) und in der Michaelskirche in Paderborn (1696 - 1698). Aus Brülls Werkstatt stammen weitere Arbeiten wie der Meinolphusschrein von Böddeken, der heute in der Pfarrkirche St. Vitus in Haaren steht, oder die Bildstöcke an der Neuhäuser Straße und an der früheren „Roms Kapelle“, heute Herz-Jesu-Kirche Paderborn.

1706 starb Philipp Georg Brüll mit nur 58 Jahren. Beigesetzt ist er in der Gaukirche, seine Grabstätte ist unbekannt – wie er überhaupt fast in Vergessenheit geraten ist. Bezeichnend ist das Schicksal des Hochaltars, der für die Gaukirche entstand und 1904 in die Dominikanerkirche in Münster verkauft wurde. Beim Wiederaufbau nach dem Zweiten Weltkrieg verschwand der Altar hinter einer Trennwand. Seitdem, so beklagen die Autoren seiner Biographie, ist eines der wichtigsten Zeugnisse des Barock im Hochstift nur noch hinter „Schwedischen Gardinen“ zu besichtigen.

 

Richard Dertinger | Wolfgang Hansmann
> Philipp Georg Brüll (1648-1706)
Ein westfälischer Bildhauer der Barockzeit im Hochstift Paderborn

Erschienen in der Reihe: Studien und Quellen zur westfälischen Geschichte, Band 80. Im Auftrag des Vereins für Geschichte und Altertumskunde Westfalens, Abteilung Paderborn

14,5 x 22 cm
Gebunden, 123 Seiten
ISBN 978-3-89710-696-3, 29,90 EUR

24.02.2017: Hartwig Trinn stellt neues Buch vor

"Entscheidungen wollen getroffen werden"

Entscheidungen am Krankenbett können für alle Beteiligten mit durchaus weitreichenden Folgen verbunden sein: Patientinnen und Patienten müssen in Untersuchungen und Behandlungen einwilligen, Angehörige stehen häufig vor der Frage, was denn jemand wünschen würde, der sich selbst nicht mehr äußern kann, und auch Ärzte und Pflegende müssen ihr Handeln hinterfragen und sich am Wohl und Willen des Patienten orientieren. Immer geht es um die Herausforderung, aus den richtigen Gründen die richtige Entscheidung zu treffen.

In seinem neuen Buch > "Entscheidungen am Krankenbett" hat sich der Krankenhausseelsorger > Hartwig Trinn mit diesen und anderen Fragen auseinandergesetzt. Er zeigt Wege auf, um zu individuellen Antworten zu gelangen. Dabei geht es Trinn nicht darum, Lösungen vorzugeben. Vielmehr sensibilisiert er für die Vielschichtigkeit der Themen und ermutigt zugleich, sich dennoch an eine konkrete Entscheidung heranzuwagen. „Dieses Buch möchte Mut machen“, schreibt er einleitend und fügt hinzu „Zögerlichkeit und Nicht-Entscheiden verschlimmern Situationen mehr, als dass sie nützen, nein, Entscheidungen wollen getroffen werden.“

Der Theologe Trinn verantwortet seit 2009 die Gesamtleitung Seelsorge und Ethik in der St. Elisabeth Gruppe (Katholische Kliniken Rhein-Ruhr), nebenbei engagiert er sich als Trainer für Ethik im Gesundheitswesen.

Erschienen ist der Titel in der Reihe > "3 x 7 Zusagen des Glaubens", das zu unterschiedlichen Themen jeweils für drei Wochen – eben drei mal sieben Tage – Impulse zur Reflexion setzen möchte. Das Buch wird am Montag, den 6. März 2017 im St. Anna Hospital in Herne offiziell vorgestellt.

06.02.2017: Prof. Dr. Wolfgang Thönissen zu Gast beim 5. Engelthaler Gespräch

"Reformation als Geschenk und Herausforderung für die Ökumene"

Am Mittwoch, den 17. Mai 2017 ist > Prof. Dr. Wolfgang Thönissen, leitender Direktor des Johann-Adam-Möhler-Instituts für Ökumenik Paderborn und Bonifatius-Autor, zu Gast beim 5. Engelthaler Gespräch in der Abtei Kloster Engelthal.

Mit den Engelthaler Gesprächen stellen wir uns den An- und Herausforderungen der Zeit. Die Abtei steht in der Tradition der Klöster als Stätte der Bildung und Kultur und als Ort geistlicher Prägung. Um diesen Ort auch künftigen Generationen lebendig zu erhalten, fördern wir den Dialog mit allen gesellschaftlichen Gruppen aus Politik, Wirtschaft, Kultur und Religion. (Auszug aus der Webseite > www.abtei-kloster-engelthal.de)

Die beiden Moderatoren Alexander Kähler, PHOENIX TV, und Co-Moderator PD Dr. habil. Alexander Nawar, Ökumeneferent des Bistums Mainz wollen diesmal über das Thema "Reformation als Geschenk und Herausforderung" sprechen. Als weiterer Gast ist Bischof Prof. Dr. Martin Hein, Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck Kassel, eingeladen. Das Gespäch beginnt um 18:30 Uhr.

13.01.2017: Claudia Nieser spricht die Morgenandacht im Deutschlandfunk

"Den Tag mit einer kurzen religiösen Besinnung beginnen"

Unsere Autorin > Claudia Nieser aus Paderborn spricht in der Woche vom 16. bis 21. Januar 2017 die Morgenandacht im Rundfunk.

Zu hören ist sie von Montag bis Samstag immer zwischen 6.35 und 6.40 Uhr in den Programmen des Deutschlandradios (Deutschlandfunk und Deutschlandradio). Die Beiträge zum Nachhören finden Sie gesammelt in der > Mediathek des Deutschlandradios oder nachfolgende auf den Seiten der "Katholischen Hörfunkarbeit" zum Nachlesen: